Therapien

Bei allen akuten als auch chronischen Veränderungen am Bewegungsapparat werden zuerst alle Register der Konservativen Therapie in Erwägung gezogen. Diese konservative Therapie kann bedeuten:

  • Ruhigstellung mittels Orthese, stützender Bandage oder Gipsverband
  • eine analgetische und/oder antiphlogistische Therapie
  • Infiltrationen um schmerzstillende und/oder entzündungshemmende Medikamente direkt an ihren Zielort zu bringen
  • Physiotherapie, Osteopathie, Manualtherapie
  • Kinesiotaping

Erst bei versagen einer primär konservativen Therapie oder bei einer primären Indikation zur operativen Therapie sollte dieser Weg eingeschlagen werden. Gemeinsam mit dem Patienten und abgestimmt auf dessen Bedürfnisse muss die optimale Therapie – ob konservativ oder operativ – begonnen und gemeinsam beschritten werden.

In den letzten Jahren wurde zunehmend Operationsmethoden und Operationszugänge für diverse Krankheitsbilder entwickelt, die darauf abzielen möglichst geringe Gewebsschäden bei der operativen Versorgung diverser Verletzungen und Erkrankungen zu verursachen. Die meist deutlich kleineren Hautschnitte sind das für den Patienten offensichtlichste Merkmal dieser neuen Techniken. Viel mehr als auf die Länge der Narbe kommt es dabei aber darauf an, wie unter der Haut, also im Gewebe gearbeitet wird. Das Ziel dieser Methode ist möglichst wenig gesundes Gewebe beim Durchführen notwendiger Operationsschritte zu schädigen und so dem Patienten eine raschere Genesung, schnellere Mobilisation und schmerzarme  Gesundung zu ermöglichen.

Die Arthroskopie (=Gelenksspiegelung) wird häufig auch als “Schlüssellochchirurgie” bezeichnet und ist eine Operationsmethode, bei der Gelenke mittels einer kleinen Kamera (=Arthroskop) von Innen betrachtet werden und mit dünnen Instrumenten die festgestellten Schäden gewebsschonend im Gelenk behoben werden können.

Das Arthroskop wird hierbei nach Auffüllen des Gelenks mit Flüssigkeit (Ringerlösung, NaCl-Lösung), über eine kleine Stichinzision ins Gelenk eingeführt. Über weitere kleine Stichinzisionen können daraufhin diverse dünne Arbeitsinstrumente wie Tasthaken, Schere, Messer oder motorbetriebene Fräsen ebenfalls ins Gelenk eingebracht und so auf kleinstem Raum unter ständiger Sichtkontrolle Eingriffe durchgeführt werden, ohne dabei das Gelenk „groß“ eröffnen zu müssen.

Neben einer deutlich kleineren Wundfläche, geringeren postoperativen Schmerzen und nur minimalen Narben stellt die deutlich niedrigere Infektionsrate bei arthroskopischen Gelenkseingriffen den wesentlichen Vorteil gegenüber herkömmlichen Gelenkseingriffen dar.

Vor allem Verletzungen im Bereich des Kniegelenks, Schultergelenks, Sprunggelenks aber auch Handgelenks können mit dieser Methode häufig schonend behandelt werden.

Auch der arthroskopischen Technik sind jedoch Grenzen gesetzt, sodass in gewissen Fällen ein „offener“ Eingriff durchaus gerechtfertigt, ja sogar zielführender sein kann.

Als Osteosynthese wird die operative Wiederherstellung der Achse, Länge und Form von gebrochenen Knochen bzw. einem gebrochene Gelenke mithilfe diverser Methoden bezeichnet.

Um den Knochen oder das Gelenk für die Dauer der Heilung in der gewünschten Stellung zu halten und so eine mögliche schädigende Krafteinwirkung zu vermeiden kommen hierbei Platten, Schrauben, Nägel und Drähte zur Anwendung. Es besteht auch die Möglichkeit den Knochen über aus der Haut stehender Metallstäbe und Carbonstangen (Fixateur externe = äußerer Spanner) in Position zu halten. So können große Wunden und Narben verhindert werden.

Durch minimal invasive Techniken können heutzutage aber auch Platten, Nägel und Schrauben über kleine Hautschnitte möglichst schonend eingebracht werden.

Oft werden die zur Osteosynthese verwendeten Materialien in einem zweiten Eingriff zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt, können aber gelegentlich auch an Ort und Stelle belassen werden. Dies muss sorgfältig und auf den einzelnene Patienten abgestimmt von Fall zu Fall entschieden werden.

Unter Endoprothetik versteht man den totalen oder teilweisen Ersatz von stark geschädigten Gelenken durch künstliche Gelenke, sprich Endoprothesen. Je nach Ursache der Gelenkschädigung (Abnutzung bzw. Arthrose, Verletzung, etc.) kommen hierbei unterschiedliche Prothesemodelle zur Anwendung und das betroffene Gelenk kann entweder gesamt oder auch nur teilweise ersetzt werden, je nachdem welcher Teil des Gelenkes betroffen ist.

Die Versorgung mittels künstlicher Knie- und Hüftgelenke, neuerdings auch mittels individuell gefertigter Prothesenmodelle, überwiegt zahlenmäßig bei weitem jedoch hat die Entwicklung neuer Prothesentypen im Bereich der Schulter auch hier zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und Mobilität nach Gelenksersatz geführt.

Unter Infiltration versteht man die lokale Injektion von lokalanästhesierenden bzw. entzündungshemmenden (z.B.: Kortisonpräparate) Medikamenten. Meist wird das Medikament dabei fächerförmig um einen Schmerzpunkt oder das entzündlich veränderte Gewebe gespritzt. Infiltrationen sollten als ergänzende Maßnahme zu physiotherapeutischen Behandlungen und nicht als singuläre Therapie gesehen werden.

  • Knorpelschaden der Kniescheibe

  • Riss des Meniskus

  • Riss des vorderen Kreuzbandes